Typ
Schloss und Museum
Vom Resort
19 Min. mit dem Auto
Führung
75 bis 90 Min.
Geeignet für
Familien
Saison
Ganzjährig
Schloss Bojnice ist wohl das bekannteste Märchen, das die slowakische Architektur zu bieten hat. Die schlanken Türmchen, steilen Dächer und Innenhöfe über der Stadt Bojnice wirken wie aus dem Tal der Loire ausgeschnitten, und genau das war die Absicht ihres Schöpfers. Es zählt zu den meistbesuchten Denkmälern der Slowakei und ist für Gäste des Glamping Resorts einer der lohnendsten Ausflüge für einen halben bis ganzen Tag, nur 19 Autominuten vom Resort entfernt.
Ein Märchenschloss nach französischem Vorbild
Seine heutige Gestalt verdankt das Schloss Graf Ján František Pálfi, der es ab 1889 aus einer ursprünglich mittelalterlichen Burg in ein romantisches neugotisches Schloss verwandelte. Die Anregung suchte er bei den französischen Loire-Schlössern und in der italienischen Architektur, die er als Kunstsammler gut kannte. Interieurs und Ausstattung überwachte er persönlich, sodass das Ergebnis wie ein einheitliches Kunstwerk wirkt und nicht wie eine umgebaute Festung. Die Fertigstellung erlebte er nicht mehr: Er starb 1908, die Arbeiten endeten erst zwei Jahre später. Seit 1970 ist das Schloss nationales Kulturdenkmal und wird vom Slovenské národné múzeum (Múzeum Bojnice) verwaltet.
Von der Urkunde von 1113 bis zu den Pálfis
Die Geschichte des Ortes reicht weit vor den Umbau durch Pálfi zurück. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1113 aus der Zoborer Urkunde, als hier noch eine hölzerne Burg stand. Nacheinander besaßen sie die Poznan-Sippe, ab 1302 bis zu seinem Tod im Jahr 1321 Matúš Čák Trenčiansky, im 15. Jahrhundert wird das Schloss mit König Matthias Corvinus und seinem Sohn Johann Corvinus verbunden, später mit den Thurzos und ab der Mitte des 17. Jahrhunderts mit den Pálfis. Diese blieben bis ins 20. Jahrhundert Eigentümer. Ein tragischer Einschnitt war der Brand im Mai 1950, der die Türme beschädigte; das Schloss konnte jedoch wiederhergestellt werden und wurde kurz darauf als Museum für die Öffentlichkeit geöffnet.
Was Sie bei der Führung sehen
Das Innere des Schlosses ist ebenso eindrucksvoll wie seine Silhouette. Der klassische Rundgang führt Sie durch die gräfliche Wohnung mit dem Goldenen Saal, den Hunyadi-Saal mit barockem Luster und die neugotischen Interieurs der Mittelburg bis zur Familiengruft des Grafen Pálfi. Der kostbarste Schatz ist der gotische Bojnicer Altar aus dem 14. Jahrhundert in der Schlosskapelle, das einzige vollständig erhaltene Werk des florentinischen Meisters Nardo di Cione. Gerade in den Details, den Kassettendecken, den geschnitzten Vertäfelungen und den Sammlungen, sieht man, wie viel Mühe Pálfi in das Schloss gesteckt hat.
Die Höhle unter dem Schloss und der Burgbrunnen
Eines der Erlebnisse, das Kinder wie Erwachsene meist am meisten überrascht, liegt unter der Erde verborgen. Unter dem Schloss befindet sich eine natürliche Travertin-Tropfsteinhöhle, ein runder Saal mit 22 Metern Durchmesser, rund 26 Meter unter dem vierten Innenhof. Wiederentdeckt wurde sie 1888, als man während des Umbaus durch Pálfi den Burgbrunnen reinigte. Die Burgbewohner wussten längst von ihr, sie diente ihnen als Versteck und als Wasserspeicher. Heute ist sie die größte zugängliche Travertinhöhle der Slowakei, und auf ihrem Grund schimmern zwei kleine Seen. Aus den prunkvollen Sälen direkt in eine kalte Höhle im Fels zu treten, ist ein unerwarteter Kontrast, der die Führung zu mehr macht als zum bloßen Betrachten von Möbeln.


Die Linde des Königs Matthias
Gleich am Eingang zum Areal wächst die Linde des Königs Matthias, ein geschützter Baum und einer der bekanntesten der Slowakei. Der Sage nach pflanzte sie Matúš Čák Trenčiansky im Jahr 1301, und ihren Namen erhielt sie nach König Matthias Corvinus, der unter ihr angeblich Feste feierte und Landtage abhielt.
Marek Púčik, Archivar des Museums in Bojnice, hat die Legende jedoch infrage gestellt. Aus der Regierungszeit von Corvinus sind fast 15 000 Urkunden erhalten, und nicht eine einzige wurde in Bojnice ausgestellt. Die Herrschaft erwarb der König zudem erst 1485 und verbrachte seine letzten Lebensjahre mit Feldzügen in Österreich. Auch das Alter des Baumes lässt sich nicht überprüfen: Die älteste belegte Erwähnung stammt aus dem Jahr 1726, und da Linden neues Holz über altes wachsen lassen, helfen weder Jahresringe noch die Radiokarbonmethode. Die überlieferten siebenhundert Jahre sind also eine Schätzung, keine Angabe. Nicht einmal der Name ist der ursprüngliche: Im 19. Jahrhundert hieß der Baum auf Postkarten auch Rákóczi-Linde. Wie dem auch sei, für ein Foto ist er ein dankbarer Ort, noch bevor Sie ein Ticket kaufen.
Schlossveranstaltungen und Abendführungen
Berühmt machte Schloss Bojnice lange das Internationale Geister- und Gespensterfestival, das jedoch nach einem Vierteljahrhundert endete. Seinen Platz nahmen neue Veranstaltungen ein: das Theaterfestival Festival der Schlossgeschichten, das die romantische Geschichte des Schlosses und seines letzten Grafen wiederbelebt, und das saisonale Märchenschloss mit jedes Jahr anderem Thema. Sehr beliebt sind auch die Abendführungen mit einem Guide im historischen Kostüm, nicht selten nur bei Kerzenschein, und im Dezember das Adventprogramm. Wenn Sie das Schloss anders als tagsüber erleben möchten, lohnt sich ein Blick in den Veranstaltungskalender auf der Website des Schlosses, denn Termine und Themen ändern sich jedes Jahr.
Praktische Tipps vor dem Besuch
- Zeit: das Schloss selbst schaffen Sie an einem Vormittag, für das ganze Areal samt Zoo sollten Sie einen ganzen Tag einplanen.
- Eintritt und Zeiten: sie unterscheiden sich je nach gewähltem Rundgang und Saison, Ermäßigungen gelten für Kinder, Studierende, Senioren und Inhaber von Ermäßigungskarten. Prüfen Sie aktuelle Preise und Öffnungszeiten immer auf der offiziellen Website des Schlosses, sie ändern sich im Lauf des Jahres.
- Tickets: hinein geht es nur in der Gruppe mit einem Guide, in der Hauptsaison lohnt es sich daher, das Ticket vorab online zu kaufen.
- Mit Kindern: die Ausstellungen wissen ältere Kinder am meisten zu schätzen, die Höhle und die Innenhöfe unterhalten aber auch die Kleineren.
- Parken: kostenpflichtige Parkplätze liegen direkt unterhalb des Schlosses und füllen sich zur Stoßzeit schnell. Besucher empfehlen die Ankunft gleich früh am Morgen oder später am Nachmittag, so entgehen Sie dem Andrang und dem Warten.
Mit weiteren Tipps in der Umgebung verbinden
Schloss Bojnice lässt sich bequem mit weiteren Orten in der Umgebung verbinden, die vom Glamping Resort aus erreichbar sind. Keine zweihundert Meter vom Haupteingang des Schlosses entfernt liegt der Nationale Zoo Bojnice, der älteste Zoo der Slowakei, sodass Sie Schloss und Tiere an einem Tag schaffen. Geschichtsfreunden empfehlen wir außerdem die Ruine der Burg Sivý Kameň, und wenn Sie Lust auf etwas Gutes haben, gibt es in der Nähe einen Hof mit ausgezeichneter Bryndza vom Vtáčnik.